In Frankfurt am Main gab es in den letzten Monaten eine Aktion, die sich Kühlschrank-Abwrackprämie nannte. Das war eine Aktion der Mainova AG und der Stadt Frankfurt und in ihrem Rahmen wurde der Kauf eine Kühlschranks mit der Energieeffizienzklasse A++ bei gleichzeitiger Entsorgung des alten Kühlschranks eine Prämie von 50 Euro gezahlt. In drei Monaten konnten so laut Veranstalter über 900 stromsparsame Kühlschränke an den Mann gebracht werden. Dabei könnten jährlich -so die Umweltdezernentin der Stadt Frankfurt- über 72000 Kilogramm CO2 eingespart werden. Derartige Rechnungen sind meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen.
Spinnen wir diesen Gedankengang (im Bezug auf "Jahr für Jahr") einfach mal weiter: Jemand, der sich dazu entschließt, einen stromsparenden A++ Kühlschrank zu kaufen und seinen alten Kühlschrank zu verschrotten hat zu Hause vermutlich ohnehin ein altes Gerät stehen, welches er nicht mehr lange betreiben könnte. OK, was jetzt kommt ist etwas wackelig, aber durchaus nachvolltiehbar: Gehen wir davon aus, der A++ Kühlschrank-Käufer hat zu Hause einen 15 Jahre alten Kühlschrank der Effizienzklasse D stehen. Ohne die Aktion hätte er sich ohnehin ein neues Gerät gekauft. vielleicht keinen Kühlschrank der Klasse A++ aber vielleicht doch ein Gerät mit A+ oder A. Nun wissen wir zwar alle, dass der Unterschied zwischen A und A++ enorm ist, aber er beträgt sicher keine 80 kg CO2 im Jahr sondern wohl eher die Hälfte. Also fällt die CO2-Ersparnis nach spätestens 2 Jahren mit ca. 35.000 kg pro Jahr für die 900 Geräte wesentlich kleiner aus, als von den Initiatoren der Aktion vorgerechnet.
Ich möchte hiermit auf keinen Fall den Nutzen solcher Aktionen infrage stellen, noch möchte ich solche Aktionen schlecht machen, aber wenn meine Gedankengänge hier richtig sind (man möge mich korrigieren, wenn das nicht der Fall ist) finde ich, dass man mit den Zahlen, die man veröffentlicht etwas vorsichtiger sein sollte. Aber ich weiß: Etwas weniger PR und Aktionismus und dabei noch etwas mehr Idealismus wären zwar schön, passen aber leider nicht in das profitorientierte Konzept der meisten Konzerne und Politiker.
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